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Haltungsschäden und Skoliosen
Unter Haltungsschäden versteht man Fehlformen der Wirbelsäule. Sie entstehen vor allem durch unzureichende Haltefunktion der nicht genügend ausgebildeten Muskulatur und des dazugehörigen Bandapparats.Bei den Haltungsschäden kann man drei typische Verformungen der Wirbelsäule unterscheiden: den hohlrunden Rücken, den totalrunden Rücken, den flachen Rücken.
Skoliosen sind die seitlichen Ausbiegungen der Wirbelsäule, oft mit Drehungen der Wirbelkörper um ihre eigene Achse (Torsion) und Erstarren der gewissen Wirbelsäulesegmente.
Bei den Haltungsschäden kann man drei typische Verformungen der Wirbelsäule unterscheiden: den hohlrunden Rücken, den totalrunden Rücken, den flachen Rücken.
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In den letzten Jahrzenten haben Haltungsschäden immer mehr zugenommen. Schon bei Scechsjährigen stellt man Diagnose, dass etwa 20% an Haltungsanomalien leiden. Es erlaubt zu denken, dass am Ende der Hauptschulzeit über 50% der 14- jährigen an Wirbelsäuleschäden leiden. Oft kommen schädigende Umweltbedingungen hinzu. Das fängt schon in der Schulzeit an. Die Kinder tragen schwere Schultaschen und Rucksäcke. Die Stühle und Tische in den Schulen sind für die Kinder unphysiologisch. Die Schultaschen und Rucksäcke werden oft einseitg getragen. Daraus entwickeln sich bei Schülern Haltungsschwächen oder gar Haltungsschäden. Schultasche samt Inhalt sollte nicht schwerer als 10% des Körpersgewichts eines tragenden Kindes sein. Auf keinen Fall aber darf ein 1/8 des Körpergewichts überschritten werden. Bewegungsarmut, falsche, vor allem calcium- und vitaminarme Ernährung, und besonders die zunehmende Wachstumsakzeleration tragen dazu bei, dass sich ein Mißverständnis zwischen statischer Kraft der Wirbelsäule und dynamischer Kraft der Muskulatur entwickelt. Muskelgewebe und Bindegewebe des Bewegungs – und Halteapparats entwickeln sich nicht im gleichen Tempo.
Schon Ende des 19. Jahrhunderts stellte man in den industralisierten Ländern und in den moderneren Agrarländern fest, dass durch die Wachstumsakzeleration die durchschnittliche Körperlänge der Kinder und Jugendlichen um 5 bis 10 cm zunahm. Es ist bekannt, dass besonders die sog. Adoleszenten-Kyphose, also die Scheuermannsche Erkrankung, ihre Ursache in der Verschiebung des Gleichgewichts der Kräfte zwischen Skelett, Muskulatur und Halteapparat hat. Skoliosen sind die seitlichen Ausbiegungen der Wirbelsäule, und Kyphosen und Lordosen – die sagittalen Verbiegungen (Kyphosen – nach hinten, Lordosen – nach vorne). Besonders bei des seitlichen Verkrümmungen bestehen auch Drehungen der Wirbelkörper um ihre eigene Achse. Durch die Vebiegung wird die Wirbelsäule verkürzt, so dass die ganze Figur des Menschen kleiner ist. Dabei stehen Schultern schief, der Brustkorb wird asymmetrisch, und dies beeinträchtigt Kreislauf und Atemfunktion.
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Die Lebensaussichten der Erkrankten mit unbehandelter Skoliose sind schlecht. Verkrüpelte Äußere vermindert die Lebensqualität. Mit zunehmender Verbiegung nimmt die Schwäche der Muskulatur zu. Vor allem verkürzt sich die seitliche Muskulatur der Wirbelsäule an der verbogenen Seite. Sie zieht sich zusammen und kommt zu einer Kontraktur, die Muskulatur läßt sich nicht mehr stärker drehen. Die Verbiegungen verursachen die ungleichen Druckverhältnisse an den betroffenen Wirbelkörpern und auf die Bandscheiben der entsprechenden Bewegungs-Segmente. Dies alles zusammen wirkt sich negativ im Wachstumsalter aus.
Scheuermannsche Erkrankung (Adoleszenten-Kyphose)
Diese Erkrankung bezeichnete Wirbelkörperveränderungen, die besonders häufig im BWS-Abschnitt zu finden sind. Die Grund- und Deckplatten einzelner Wirbelkörper weisen unregelmäßige Konturen auf bis hin zu mehr oder weniger großen Einbrüchen in der Wirbelkörperknochen. Das Knochengewebe kann wachstumsbedingt den verstärkten Drücken nicht standhalten, es entsteht ein Mißverhältnis zwischen Belastung und knöcherner Tragfähigkeit. Am häufigsten ist diese Erkrankung im Jugendalter zu beobachten, bei den Jungen eher als bei den Mädchen. Nicht immer wird über Schmerzen geklagt. Die Erkrankung tritt nicht allein bei Adoleszenten, sondern auch bei Erwachsenen auf.
Was läßt sich bei Scheuermannscher Erkrankung äußerlich feststellen?
Die Wirbelsäule ist fehlgestellt, und kommt zu Fixierung, im Brustkorbabschnitt wird die deutliche Vorwärtsverbiegung verstärkt. Man spricht von vermehrter Brustkyphose. An der Lendenwirbelsäule ist die Hohlbildung verstärkt. Wenn sich der Betroffene auf den Bauch legt, gleicht sich der verstärkte Rückenbuckel nicht wieder aus, er springt eher noch stärker hervor. Im unteren Bereich der Brustwirbelsäule ist zusätzlich ein kleiner Rückenbuckel entstanden. Er bleibt konstant, egal ob. der Erkrankte geht, steht , liegt oder sitzt. In den Anfangsstadien der Scheuermannscher Erkrankung bestehen keine bzw. keine stärkeren Beschwerden. Die Betroffenen klagen nur über leichte Ermüdbarkeitund mäßige Rückenschmerzen, unter besonderen Belastungsbedingungen. Die Hauptursache der Adoleszenten-Kyphose bilden keine hormonrllrn Einflüsse, sondern veranlagungsbedingte, vererbte Faktoren. Scheuermannsche Erkrankung bleibt immer weiter bei männlichen Personen.
Bearbeitet auf der Grundlage: "Bóle i choroby krêgos³upa", Bernard A. Bäker, Peter Reisky
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